Vereinsreise 23. Juni 2026

Bei schon am Morgen hochsommerlichen Temperaturen stiegen 25 reisefreudige Frauen dem zum Glück klimatisierten Hesscar zu.

Die Fahrt führte uns vorerst auf der Autobahn Richtung Urdorf. Dann folgten wir dem Gleis der Dietikon-Bremgarten-Wohlen-Bahn bis Bremgarten, wo es im idyllisch direkt über der Reuss gelegenen Restaurant Bijou einen Kafihalt gab, den wir uns mit einem kurzen Fussmarsch auf einem aussichtsreichen Weg verdienen mussten. Unterwegs konnten wir dem Mädchen nicht helfen, seinen verlorenen Ball heraufzuholen. Und leider war der Pöstler nicht unterwegs, um den Briefkasten zu leeren. Wie er das macht, bleibt ein Rätsel.

Nun ging die Fahrt weiter ins benachbarte Wohlen, wo wir zur Führung im Strohmuseum erwartet wurden.

Das Museum befindet sich in der von August Isler erbauten Strohfabrikantenvilla und ist unbedingt einen Besuch wert. (virtueller Besuch hier)

Das Freiamt war während zwei Jahrhunderten das Zentrum für einen blühenden Wirtschaftszweig. Unglaublich, wie die Vorfahren das Stroh zu behandeln wussten! Entstanden aus der Not im vorletzten Jahrhundert entwickelte sich eine wahre Industrie mit extrem vielen kunsthandwerklichen Komponenten. Wir mussten nur staunen, welche filigranen Kunstwerke aus einem "Abfallprodukt" entstehen können.

Die Hitze wurde auch in der Villa spürbar. So waren wir nicht unglücklich, dass es Zeit für die Weiterfahrt wurde.

Durch das Reusstal ging es südwärts Richtung Hühnenberg, wo wir im Restaurant Zoll-Huus ein feines Mittagessen serviert bekamen.

Der Garten wäre sehr lauschig. Wer konnte denn damit rechnen, dass die Temperaturen weit über 30° liegen werden! So war der Aufenthalt geprägt durch das Vermeiden jeden Sonnenstrahls, die Hoffnung auf ein auch noch so zartes Lüftlein und möglichst wenig Eigenbewegung.

Kalorien sind physikalisch gesehen "Wärmemenge", das haben wir am eigenen Leib erfahren. Nach dem Essen wären einige am liebsten unter die Dusche gestanden oder sehnten sich nach einer Badi. Immerhin war der klimatisierte Car eine akzeptable Alternative, denn sein Aussenthermometer zeigte unfassbare 40° an!

Die nächste Etappe führte zum Seleger Moor, eine glückliche Fügung. Ein Schattenplätzchen liess sich dort überall finden. Dass die Hitze auch hier ein Problem ist, berichteten die Gärtnerinnen. Kurz vor unserer Ankunft sei die Arbeit unzumutbar geworden.

In der Zwischenzeit hatte sich der Himmel aber bedeckt, die Sonne konnte ihre Kraft nicht mehr voll entfalten, was uns nicht betrübte. Der Aufenthalt war angenehm, sehr entspannend. Trotz der schon verwelkten Rhododendren zeigt sich der Park vielfältig. Viele hübsch angelegte schmale und breitere Wege mit Sitzgelegenheiten führen durch Grün in allen Schattierungen und Formen, vorbei an alten hohen Bäumen, auch an Totholz.

Punkt 16 Uhr startete der Chauffeur zur letzten Etappe. Durch den Gubrist mit dem üblichen Stau ging es heimwärts. Die Wetterapp zeigte zeitnah mögliche Niederschläge in unserer Gegend, ein Blick zum Himmel schloss das nicht aus, doch im Embrachertal überwog der blaue Himmel. Die ersehnte Abkühlung blieb aus.

Die Reise wird uns bestimmt nicht nur wegen dem aussergewöhnlichen Wetter in Erinnerung bleiben. Es war ein rundum gelungener Anlass.

Danke, Margrit, für den Input mit dem Strohmuseum.

Danke, Esther, für die perfekte Planung und Organisation des Tages.

Gisela Hug, Aktuarin

Vor genau 40 Jahren führte die Reise des Frauenverein Embrach schon ins Strohmuseum Wohlen. In der heutigen Form existiert es allerdings erst seit 13 Jahren.

Ob die Frauen damals auch bei weit über 30° unterwegs waren? Leider existiert ausser wenigen Bemerkungen kein schriftlicher Reisebericht.

Im Mai 2008 war das Seleger Moor bereits Ziel der Reise. Der Bericht, verfasst von Lis Widler, kann hier gelesen werden.

Anm gh: Danke, Lis, dein Bericht beschreibt die Stimmung im Park perfekt 🙂